Field Trial

Der Epagneul Breton ist nicht nur ein beliebter Familien- und Begleithund, sondern in erster Linie ein klassischer Vorstehhund. Seine ursprüngliche Jagdpassion, Nase und Vorstehveranlagung lassen sich am besten in der jagdlichen Arbeitsprüfung – dem Field Trial – unter Beweis stellen. Field Trials dienen der Selektion der Hunde mit der besten natürlichen Anlage und tragen damit wesentlich zur Erhaltung der Rasse als leistungsfähiger Jagdhund bei.

Was ist ein Field Trial?

Beim Field Trial wird der Hund in freier Feldarbeit auf Federwild geprüft. Kontinentale Vorstehhunde wie der Epagneul Breton suchen dabei in einer kurzen, überkreuzten Suche («à la française»), im Gegensatz zu den englischen Vorstehhunden (Setter, Pointer), deren Suche wesentlich weiträumiger und schneller verläuft. Beurteilt werden unter anderem:

  • Gangart und Ausdauer – ein lebhafter, energischer Galopp
  • Kopf- und Nasenhaltung – hohe Nase, aktive Wildwitterung
  • Suchmethode – intelligent, systematisch, in ständigem Kontakt mit dem Hundeführer
  • Vorstehen – sicheres, unbewegtes Vorstehen sobald Wild gewittert wird
  • Nachziehen und Standhaftigkeit – kontrolliertes Nachziehen auf Kommando, Ruhe beim Abstreichen des Vogels

In der Schweiz ist das Aussetzen von Zuchtwild für Field Trials nicht erlaubt. Fields finden hierzulande deshalb ausschliesslich auf natürliches Federwild in freier Wildbahn statt. Da Rebhühner in der Schweiz praktisch verschwunden sind, sind die Möglichkeiten dafür beschränkt; viele Schweizer Führerinnen und Führer nehmen daher an Fields im benachbarten Ausland, vor allem in Frankreich, teil. Geschossen wird nur mit der Schreckschusspistole, das Wild wird nicht erlegt. Herbst-Fields auf geschossenes Wild («Gibier Tiré»), wie sie in Frankreich ausgetragen werden, sind in der Schweiz nicht zulässig.

Bewertungen und Titel

Je nach gezeigter Leistung vergeben die Richter Prädikate wie Vorzüglich mit CACT, Vorzüglich mit RCACT, Vorzüglich, Sehr gut oder CQN. Wer sich auf höchstem Niveau bewährt, kann folgende Titel erlangen:

  • Trialer – mindestens ein Prädikat "Sehr gut" (TB) an einem offiziellen Concours
  • Schweizer Arbeitssieger / Champion Suisse de travail (CT) – 2 CACT von zwei verschiedenen Richtern, im Abstand von mindestens 366 Tagen
  • CACIT / Internationaler Arbeitschampion – im direkten Vergleich zweier CACT-Hunde vergeben

Massgebende Reglemente

Wer mit seinem Epagneul Breton an einem Field Trial in der Schweiz teilnehmen möchte, sollte sich vorgängig mit folgenden Reglementen vertraut machen:

  • FCI – Offizielle Prüfungsordnung der Internationalen Field Trials und Internationalen Jagdlichen Prüfungen für Kontinentale Vorstehhunde
    Die Grundlage aller in der Schweiz durchgeführten Concours, herausgegeben von der Fédération Cynologique Internationale.
    → Prüfungsordnung als PDF
  • Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) – Reglemente, Richtlinien und Formulare
    Übersicht über die übergeordneten Reglemente der SKG und der FCI, die für alle anerkannten Rasseklubs und deren Veranstaltungen verbindlich sind.
    → Reglemente der SKG

Ergänzungsreglement des Club Suisse de l'Epagneul Breton (CsEB)

Das Reglement der vom CsEB organisierten Concours basiert auf den offiziellen Dokumenten der F.C.I., welche in diesem Bereich für den ordnungsgemässen Ablauf der Prüfungen massgebend sind. Diese Regelung wurde so gewählt, damit alle teilnehmenden Hunde in unserem Land nach denselben Massstäben beurteilt werden wie andernorts.

Da unser Klub jedoch nur vier Wettbewerbe pro Jahr organisiert – zwei im Gebirge (Bergwild), einen im Flachland (nicht geschossene Fasanen) und einen in Frankreich (Waldschnepfen) – haben wir die folgenden Artikel für die Erlangung der Titel «Trialer» und «Schweizer Arbeitschampion» festgelegt:

  1. Um den Titel «Trialer» zu erhalten, muss der Hund in einer offiziellen Prüfung an einem vom CsEB organisierten Concours mindestens die Bewertung «Sehr gut» (TB) erzielt haben.
  2. Um den Titel «Schweizer Arbeitschampion» zu erhalten, muss der Hund an vom CsEB organisierten Concours 2 CACT erlangen, vergeben von zwei verschiedenen Richtern, wobei zwischen den beiden Prüfungen mindestens 365 Tage plus 1 (also 366 Tage) liegen müssen. Bergconcours werden auf Birkhuhn ausgetragen; die auf Steinhuhn und Haselhuhn erzielten Punkte werden dabei in die Klassierung einbezogen. Ein Punkt auf Hase kann mit «Sehr gut» (TB) bewertet werden. Alle Concours, sowohl im Gebirge als auch im Flachland, werden «solo» (Einzelsuche) ausgetragen – auch wenn ein Hund in einem anderen Land bereits Champion ist.

Hinweis: Da Reglemente periodisch angepasst werden, empfiehlt es sich, vor einer Anmeldung jeweils die aktuell gültige Fassung direkt beim Rasseklub bzw. auf den Seiten der SKG/FCI zu konsultieren.